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Manliness

In den 80er und 90er Jahren festigte sich zunächst in der elitären und intellektuellen Kultur eine radikalfeministische Darstellung von Männlichkeit, die sich inzwischen in der Populärkultur (Fernsehen, Film, Zeitschriften) massiv verbreitet hat.
Während Frauen sich im Zuge der Emanzipation in ihrer medialen Darstellung weitgehend von der stereotypen Rolle als Hausfrau gelöst haben, wird der Mann in den Medien zunehmend dämonisiert, marginalisiert, trivialisiert und objektifiziert.
So ist es heute für jederman in Ordnung sich über Männer lustig zu machen - jedenfalls über weiße, bürgerliche Männer. Männer sind dumme Rammler, die mit ihrem Schwanz denken und sich nur für Sport, Arbeit und Sex interessieren. Sie können keine Windeln wechseln, sich nicht an Jahrestage erinnern und es gibt keine gute Erklärung für ihr Verhalten, außer der üblichen Testosteronvergiftung oder der Frage: "Was kann man schon von einem Mann erwarten?"
Durch stete Wiederholung einfacher Bilder und Slogans wurde dieses negative Image von Männlichkeit schließlich zur Wahrheit. Nach und nach schälte sich auf diese Weise eine aggressive Ideologie heraus, die die Aufklärungsimpulse der anfänglichen Frauenbewegung durch Agitation und Propaganda ersetzte. Der Feminismus verfügt heute über eine beträchtliche moralische Macht und die Fähigkeit, Schuldgefühle zu erzeugen. Dabei sind diese feministischen Bilder zu einem großen Teil schon gar nicht mehr als solche etikettiert.
Jene Diskriminierung hat Folgen. So haben Männer verstärkt das Gefühl, dass es inkorrekt sei, ein männliches Wesen zu sein. Sie nehmen die Frauen zum Teil als die wertvolleren Menschen wahr und die bloße männliche Existenz reicht aus, um sich alle Schandtaten des Patriarchats in der Weltgeschichte kollektiv auf die Schultern zu laden.
Auf der psychisch bewussten Ebene heißt das für Männer, dass Orientierungen schwerfallen und sie zumindest in einem gesellschaftlichen Sinne nicht mehr wissen, wer sie eigentlich sind.