• Ann Schomburg some change please
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Some change, please.

Auszug:Wer ein hübsches Objekt erwartet, das er oder sie sich in die Eingangshalle stellen kann, um Besucher zu beeindrucken, wird beim Anblick des scheinbar notdürftig zusammen gezimmerten Sperrholzkastens, an dessen Außenseite Kabel und Pappschilder wie improvisiert mit Klebeband befestigt wurden und dessen Vorderseite ein glänzendes Stück Stoff verdeckt.Beim genaueren Hinsehen zeigt sich das Stück Stoff als ein knappes Kleidchen und  man erkennt seitlich einen Münzschlitz. Daneben, mit Edding hingekritzelt, die Aufforderung Geld einzuwerfen.Hinter dem Münzeinwurf befindet sich ein Arduiono-Board, welches so programmiert wurde, dass zwei Drähte auf Modellbahnservos, an denen das Kleid befestigt wurde, nach unten kippen, sobald eine Lichtschranke durch die eingeworfene Münze durchbrochen wird. Dadurch wird dreizehn Sekunden lang der Blick auf einen kleinen Röhrenbildschirm freigegeben, auf dem in Dauerschleife ein Fredchen die Kamera, und somit den Betrachter, angreift.  (…)Die Parallelen des gegen Geld fallenden Kleides zu Peepshows mit einem für begrenzte Zeit fallendem Vorhang sind kaum übersehbar. Doch tritt an die Stelle der gefügigen Frau ein widerspenstiges Haustier, hinter dem Versprechen des knappen Kleides lauert im Dunkeln etwas Wildes - inwieweit sind Frau und Tier domestizierbar?Und inwieweit ist ein Künstler domestizierbar? Auf der zweiten Ebene der Objektbedeutung versinnbildlicht „some change please“ nämlich die Problematik mit provokanter Kunst Geld einzunehmen. Das bewusst ärmlich und improvisiert gehaltene Äußere der Installation, die scheinbar nur richtig funktioniert, wenn Geld eingeworfen wird, steht, laut Ann Schomburg, stellvertretend für den täglichen Überlebenskampf des Künstlers. (…)Milena Kaschtanek, Sprachwissenschaftlerin